

vom 8. Juni bis zum 5. September 2010
Gezeigt werden 44 handschriftliche Seiten aus dem Codex Atlanticus, die umfassend über das politische Bewusstsein Leonardos Aufschluss geben. Das Universalgenie erweist sich hier als Kosmopolit, dessen besonderes Interesse nicht zuletzt der conditio humana gilt.
Unabhängig von den ideologischen Verortungen des Meisters bleibt ein Gedanke für ihn prägend, der Leonardo als einen Erben des italienischen Humanismus zeigt: So steht die individuelle Freiheit als "Gabe der Natur" im Zentrum des anthropologischen und politischen Diskurses.
Ausstellungsorte:
• Sagrestia del Bramante in der Kirche Santa Maria delle Grazie (Via Caradosso, 1)
• Sala Federiciana in der Biblioteca Ambrosiana (Piazza Pio XI, 2)
Im Herzen Mailands hütet die Biblioteca Ambrosiana zahlreiche verborgene Kunst- und Kulturschätze, darunter:
• 950.000 Druckwerke
• über 15.000 Manuskripte (unter anderem von Leonardo da Vinci, Francesco Petrarca, Giovanni Boccaccio, Cesare Beccaria)
• über 20.000 Zeichnungen und Stiche
• Gemälde und Grafiken von Leonardo, Raffael, Caravaggio, Botticelli, Ghirlandaio, Tizian, Luini und anderen Künstlern.
Mit der Unterstützung der Fondazione Cardinale Federico Borromeo zeigt die Ambrosiana einige Blätter aus dem Codex Atlanticus von Leonardo da Vinci in der eindrucksvollen Sagrestia del Bramante in der Kirche Santa Maria delle Grazie, in der auch das Leonardos Wandgemälde "Das Abendmahl" zu bewundern ist.
Über die Organisation Charta s.r.l.
kann ein Kombiticket erworben werden, das für die Pinacoteca Ambrosiana, die Sagrestia del Bramante und für das "Abendmahl" gilt - die einzige Möglichkeit das "Abendmahl" auch ohne Voranmeldung zu besuchen.
Zur großen Leonardo-Ausstellung in Mailand wird es ein umfangreiches Begleitprogramm geben.
Weitere Informationen unter: www.turismo.milano.it
Reservierung für Gruppen unter: (+39) 02 80692248 oder prenotazione.visite@ambrosiana.it
Was ist geblieben von Leonardos achtzehn Mailänder Jahren? Ein Leonardo-Rundweg durch die Stadt, ähnlich wie die historischen Rundgänge, die in der Stadt Poitiers angeboten werden, führt uns zu den wichtigsten Werken und Orten.
Wir starten im Zentrum, beim Castello Sforzesco, zu dem Leonardi grandiose Zeichnungen angefertigt hat sowie die Freskendecke in der "Sala delle Asse".
Am Ausgang links, in der Via Dante, befindet sich der Palazzo del Carmagnola: Hier lebte Cecilia Gallerani, die da Vinci als "Dame mit dem Hermelin" porträtiert hat. Auf halbem Weg Richtung Dom: die Ambrosiana mit der weltbekannten Bibliothek und einer Pinakothek, die zu den schönsten Museen Italien zählt.
In der kürzlich restaurierten Aula Leonardi sind unter anderem das bekannte "Bildnis eines jungen Mannes" und das wunderbare "Porträt einer Dame" zu sehen, auf dem Federico Borromeo Beatrice d'Este, die Frau Ludovico il Moro, zu erkennen glaubte und das er Leonardo zuschreibt.
Diese Veranstaltungen der Ambrosiana und der Basilica Santa Maria delle Grazie bilden den Auftakt zu einer Reihe von 24 Ausstellungen, in denen bis 2015, dem Jahr der Expo, nach unterschiedlichen Themenschwerpunkten und nacheinander alle 1.119 Blätter des Codex Atlanticus zu sehen sein werden. Die großformatige Sammlung von Materialien und Aufzeichnungen Leonardos, die der Bildhauer Pompeo Leoni Ende des 16. Jahrhunderts zusammengestellt hat, ist 2009 komplett restauriert worden und dokumentiert über vierzig Jahre, 1478 bis 1519, des intellektuellen Lebens von Leonardo da Vinci.
Es gelangte im Jahr 1637 gemeinsam mit elf Manuskripten des Meisters in den Besitz der Biblioteca Ambrosiana und wird dort, nachdem Napoleon es nach Paris geschafft hatte, auch heute wieder verwahrt.
Unweit der Bibliothek, am Corso Magenta, liegt die Kirche San Maurizio beim Monastero Maggiore, deren Wände und Decken mit nicht weniger als 2.500 m2 wundervoller, in allen Farben leuchtender Fresken bedeckt sind, Werke aus der Schule Leonardos.
Im Palazzo Litta gegenüber befand sich lange Zeit die "Madonna Litta", die heute in Sankt Petersburg hängt. Weiter geht es in Richtung Universitā Cattolica durch ein Gärtchen mit einigen Säulenresten: die Spuren der Kirche San Francesco Grande, von Napoleon zerstört und heute Standort der Caserma Garibaldi.
Einst war sie nach dem Dom der größte Kirchenbau der Stadt, Grabstätte vieler Mailänder Adliger und Aufbewahrungsort der "Felsengrottenmadonna" von Leonardo da Vinci.
Einige Hundert Meter weiter, an der Via Bernardino Zenale, gelangt man zu einem Privatweg, der mit zwei Toren verschlossen ist: Hier befand sich der Weinberg Leonardos, sein "Garten", ein Geschenk von Ludovico il Moro. Zurück auf dem Corso Magenta passiert man nun die Kirche Santa Maria delle Grazie mit dem "Abendmahl": Das berühmteste Wandgemälde der Welt ist dabei auch Zeugnis der freundschaftlichen Zusammenarbeit Leonardos mit dem Architekten Donato Bramante.
Wer sich in Richtung Parco Sempione und Corso Como hält, kann hier vielleicht eine Entdeckung machen: Zwar ist es nicht nachgewiesen, doch manche schreiben die Kirche Santa Maria alla Fontana Leonardo zu. Zu sehen sind ein eleganter Bau aus dem 16. Jahrhundert und die Einfassung der Heilquelle, die Charles II d'Amboise, der Gouverneur von Mailand, nach einem heilenden Bad dort errichten ließ.
Die Replik des berühmten "Leonardo-Pferdes", von dem es Kopien bis nach Amerika geschafft haben, steht schließlich am Eingang des Hippodroms von San Siro.
Weitere Nachbildungen von Maschinen und Apparaten aus der Ideenwerkstatt Leonardos können im Museo della Scienza e della Tecnica (Museum für Wissenschaft und Technik) besichtigt werden.
Die Mailänder Kanäle, navigli genannt, bilden den natürlichen Abschluss des Leonardo-Rundgangs: Von Leonardo selbst stammt das Projekt, Mailand auf dem Wasserweg zu durchqueren.
Alle Informationen zu Veranstaltungen zu Leonardo da Vinci: www.turismo.milano.it
Auf den Spuren Leonardos
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