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5. DAS INNERE LICHT: AURA UND ERLEUCHUNG


Das Leuchten in den Augen, der Heiligenschein, die strahlende Aura, die innere Erleuchtung – in allen Kulturen ist das Licht ein Zeichen des Guten und Schönen. Der Mensch braucht und sucht das Licht, er fürchtet und flieht das Dunkel. Licht bedeutet Freude, Kreativität, Gesundheit. Die Geburt des Menschen ist der erste Blick ins Licht, von da an folgt er dem Licht des Lebens. Doch es gibt auch ein inneres Licht, ein Leuchten, das vom Menschen selbst ausgeht, ohne dass die Wissenschaft es bisher genau hat benennen können. Irgendwo zwischen Biologie und Esoterik, zwischen Physik und Metaphysik suchen wir nach der Bedeutung dieses Leuchtens, das für ein besonderes Wissen und einen seelischen Zustand steht, der nicht leicht zu definieren ist.

DAS LICHT DER ERKENNTNIS

Von Aristoteles bis Goethe, von Benjamin bis zu den New-Age-Philosophen – das Licht spielt stets eine besondere Rolle bei der Suche nach der Wahrheit. Doch was steckt dahinter? In Platons Höhlengleichnis ist es ein Symbol für Wissen und Erkenntnis, genauer die Selbsterkenntnis, durch die sich der Mensch aus der Finsternis des eigenen undefinierten Seins befreit. Allein dadurch, dass er das Fehlen des Lichtes erkennt. Denn das Licht erhellt das eine und lässt das andere im Dunkeln; was im Dunkeln bleibt, kennen wir nicht. Für zahlreiche Philosophen ist das der Sinn des Lebens: den Schleier der Maya oder auch irgendwelcher sozialer Dogmen zu lüften, zur Erkenntnis kommen. Doch wie geht das?

Video. 2001, Odyssee im Weltraum (1968)

Eine Welt aus Licht in diesem Meisterwerk von Stanley Kubrick (2 Min.)

DAS HEILIGE LICHT

Heilige erkennt man an ihrem Heiligenschein. Ihr untadeliges Leben im Einklang mit den göttlichen Lehren lässt sie förmlich leuchten. So unterschiedlich ihre Erscheinung sonst sein mag, von allen Heiligengestalten der Geschichte ging jenes Strahlen aus. Schon in der Antike, aber auch bei den arabischen Sufi, den Buddhisten oder den Schamanen gibt das Licht den rechten Weg vor. Das Leben stellt dem Menschen Prüfungen, doch durch seine Lebensweise, durch Meditation oder im Dialog mit Gott und der Natur kann er diesem Leuchten nahe kommen. Denn manche sehen in dem Licht, das von den Heiligen ausgeht, eine göttliche Gabe, andere dagegen eine biologische Reaktion, die auf bestimmte Handlungen und Gedanken zurückzuführen ist.

Video. Little Buddha (1993)

Erleuchtung und Erkenntnis (7 Min.)

DAS LICHT DER VERNUNFT

Mit der Renaissance entdeckt man die Natur wieder und mit ihr ein Licht, das nicht mehr nur als geistiges, sondern ganz konkret mit den Augen gesehen wird, wie etwa bei Marsilio Ficino, der allerdings immer noch von einer übernatürlichen Instanz ausgeht. Die Wende kommt mit Leonardo: das innere Licht wird dem natürlichen Licht untergeordnet. Licht ist nur, was jeder sehen kann. Für die Philosophie beginnt hier die Auseinandersetzung mit den bildenden Künsten, mit der Malerei und später mit dem Kino und den elektronischen Künsten. Das Licht dagegen ist nicht mehr innere Empfindung, sondern Zeichen der Vernunft. Das moderne Denken mündet in der Aufklärung, die den Menschen in einen universellen und rationalen Zusammenhang stellt. Mit dem Licht der Vernunft verfügt er über ein Instrument, das dem Fortschritt und der Humanität zu Diensten ist. Erkenntnis, Gottesgabe, Vernunft und Fortschritt – all das kann Licht bedeuten. Doch was ist mit dem Licht, das vom Menschen selbst ausgehen kann? Wie kommt das überhaupt?

Video. Matrix (1999)

So knapp vor der Erleuchtung ist die Realität wieder da (3 Min.)

DAS BIOLOGISCHE LICHT ODER: DIE AURA

Von manchem Menschen geht ein Licht aus. Der erste, der dies bemerkt haben soll, ist Zoroaster, so sagt die Legende. Es seien vor allem die Götter, die eine Aura hätten, aber auch die Erde sei von diesem Schein umgeben. Jeden Abend wandere die Aura zum Himmel, wo der Lichtgott sie auffange, am Morgen käme sie zurück und ein Engel spanne sie wieder um die Erde aus, damit dort erneut das Licht aufginge. Die Verfechter der Auratheorie sehen in ihr den Ausdruck des Lebendigen, eine Art Leuchtkörper, der um den menschlichen Körper herum existiere und von besonders sensiblen Wesen wahrgenommen werden kann. Im 19. Jahrhundert hat man in Russland in einem Experiment nachgewiesen, dass alle Lebewesen von einem Licht umgeben seien. Man nannte es damals das ätherische Feld.

Video. Die Wissenschaft und die Aura

Neuere Studien zur Aura und zur Körperenergie (3 Min.)

DAS MENSCHLICHE LICHT ODER: DAS ÄTHERISCHE FELD

Zu allen Zeiten kamen Wissenschaft, Physik und Biologie der Philosophie und der Religion zu Hilfe. So ist das Licht, das vom Menschen ausgeht, nichts anderes als Ausdruck seiner körperlichen und geistigen Gesundheit, denn das sogenannte ätherische Feld entsteht nachweislich auf der Grundlage der Zellenergie. Vitalität ist spürbar, auch nach auβen. Noch nicht ausreichend erforscht ist indes, welchen Einflüssen das ätherische Feld unterliegt, was es stärkt und was es schwächt. Denn hätte man darüber genauere Kenntnis, so würde die Stärkung des ätherischen Feldes viel zur Heilung jedweder Beschwerden beitragen können. Die entscheidende Frage ist diese: lässt sich das ätherische Feld durch das Bewusstsein, durch bestimmte Kenntnisse, durch Moral und Ethik beeinflussen oder unterliegt es einfach bestimmten Umwelteinflüssen? Eindeutige Antworten sind so schnell nicht zu erwarten, doch möglicherweise eröffnet sich hier eine neue Perspektive, die endlich auf wissenschaftlichem Wege erklärt, weshalb das Licht seit jeher und in allen Kulturen als höchstes Gut gilt. Vielleicht ist dies der Beginn einer neuen Epoche, des erleuchteten Humanismus?

Video. Gibt es Dinge, die wir uns nicht vorstellen können?

"Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet..." – für alle, die ihn noch nicht kennen: den legendären Schlussmonolog aus Blade runner (1982) (1 Min. 30)

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