Kunst und Musik
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5. Visual & Music: Musik in der zeitgenössischen Kunst


Mikalojus Čiurlionis 
Assoziationen, Anspielungen, Anklänge - zwischen der Musik und den bildenden Künsten gibt es eine Vielzahl von Korrespondenzen, gerade in der zeitgenössischen Kunst. Es ist ein zwiespältiges Verhältnis, ein ständiges Hin und Her, einmal arbeiten sie gegeneinander, einmal laufen sie parallel. Daraus entstehen sehr unterschiedliche Kunstwerke: Installationen, die akustische und visuelle Effekte zugleich einsetzen, lifesets in komplexen Architekturen und regelrechte Performances von Künstlern, die auch in der Musik zuhause sind.
Autor: Paolo Bolpagni

FÜNF MUSIKER-KÜNSTLER

Brian Eno

Engländer, Jahrgang 1948, ist einer dieser Grenzgänger zwischen Musik und Kunst. Bekannt geworden ist der Erfinder des Ambient-Stils durch die gemeinsamen Projekte mit John Cale, David Bowie und U2. Sein Thema ist die Suche nach dem "reinen Klang", der Einfluss von John Cage ist hier nicht zu übersehen. 2006 stellte er bei der Biennale in Venedig die Installation Painting like Music vor. Wie in einem Kaleidoskop flieβen die Bilder und dazu die Töne ineinander, eine ständige Bewegung, die nach dem Vorbild der Generativen Kunst unzählige zufällige Kombinationen entstehen läss.

Video. Painting like Music


77 Million Paintings

77 Million Paintings dagegen sind auf DVD erschienen. Per Computer generiert Eno aus etwa 300 Bildern, die er selbst gemalt oder ausgewählt hat, durch bis zu vierfache Überblendung 77 Millionen visuelle Darstellungen, die ständig ineinander übergehen. Zu jedem Bild gibt es die passende Musik, die nach demselben Programm abläuft.

Video. 77 Million Paintings in Saragossa


Gianna Nannini und Michelangelo Pistoletto

Ein Rockstar und ein bekannter zeitgenössischer Künstler mit ihrer Installation Il Terzo Paradiso (Das dritte Paradies), die bereits in Tunis, in Venedig, in Mailand und in Moskau zu sehen war. Im Zentrum des Experiments steht ein visuelles "Zeichen", das sich unendlich reproduziert, indem es wiederholt oder von Aluminiumplatten gespiegelt wird. Dazu kommt eine "Vokalskulptur" von Gianna Nannini mit dem Titel Mama, die dem Projekt einen einheitlichen Klang gibt und zugleich mit den dampfenden Wasserkesseln der Orchestra degli Stracci (Lumpenorchester), der bereits historisch gewordenen Installation Pistolettos von 1968, korrespondiert.

Video. Nannini und Pistoletto und Das dritte Paradies in Moskau


Bill Viola

Muss man nicht vorstellen. Er ist einer der unumstrittenen Meister der Videokunst, von einem internationalen Publikum gefeiert und verehrt. Musikalische Klänge spielen eine besondere Rolle in seinen Werken, weshalb er mit zahlreichen Musikern zusammengearbeitet hat (zum Beispiel mit der Rockband Nine Inch Nails). Mit seinem Tristan Project hat er sich einer gewaltigen Herausforderung gestellt. Viereinhalb Stunden Videoprojektion zu einer Inszenierung von Wagners Tristan und Isolde unter der musikalischen Leitung von Esa-Pekka Salonen. Meditationen über Liebe und Tod, Licht und Dunkel, den Kreis des Lebens und das menschliche Dasein. Die hochromantische Musik Richard Wagners verbindet sich hier auf einzigartige Weise mit den "wässrigen" Bildern Violas, mit faszinierenden und zugleich befremdlichen Effekten.

Video. Bill Viola und The Tristan Project


Giovanni Sollima

Stammt aus Palermo, Jahrgang 1962. Er ist Cellist und ein sehr origineller Komponist. Mit seinen Songs from the Divine Comedy hat er vor einigen Jahren einen Zyklus zu Dantes Klassiker vorgelegt. Das visuelle Element spielt in dieser Komposition eine groβe Rolle: Mit einer speziellen Software hat er einzelne Fotogramme bestimmten Tönen zugeordnet. Während er spielt, werden so die passenden Bilder evoziert, entsprechend der rhythmischen Gegebenheiten. All das steht natürlich auch in der Partitur.

Video. Giovanni Sollima mit Hell I


Laurie Anderson

Jahrgang 1947, stammt aus Chicago. Sie selbst versteht sich als "Geschichtenerzählerin". Dabei hat sie Geige gelernt und in New York Bildhauerei studiert. Ihr eigentliches Metier ist aber die Performancekunst. Für einen ihrer ersten Auftritte hat sie den Viophonographen entwickelt, eine Kombination aus Violine und Plattenspieler. Die Platte wird mit dem Geigenbogen bespielt und die Musik über einen eingebauten Verstärker hörbar gemacht. Dazu trug sie Schlittschuhe aus Eis, das im Laufe der Performance zu schmelzen begann. Laurie Andersons Kunst ist eine multimediale Kunst, wobei es ihr immer gelungen ist, ihre elektronischen Experimente publikumswirksam zu präsentieren. Sie ist weder eine Künstlerin, die sich der Musik bedient, noch eine Musikerin, die Elemente der Kunst verwendet: sie hat ihren eigenen unverwechselbaren Stil.

Video. Laurie Anderson und Home of the Brave


Mailand-Special Die Klang-Avantgarde


turismo.milano.it

Mailand ist kreativ

Mailand ist kreativ, phantasievoll, innovativ. Schickes Design ist eine Sache, aber auch bei neuen Technologien und beim intelligenten Umgang mit den Ressourcen ist Mailand führend. Die Stadt ist das Labor, in dem die neuen Ideen entstehen, und das Experimentierfeld, wo sie vor Ort ausprobiert und realisiert werden. Darauf gründet sich die weltweite Führungsposition in den Sektoren Mode, Design, Architektur, aber auch in allen anderen Bereichen, in denen Kreativität gefragt ist. Im Verlagswesen beispielsweise, in Marketing und Kommunikation, aber auch in der Musik, dem Theater und der gehobenen Unterhaltung. Mailand bietet beste Bedingungen, Ideen zu entwickeln und Werte umzusetzen – davon profitieren die hier ansässigen Unternehmen und industriellen Cluster, die das Made in Milan weltweit repräsentieren. Mailand öffnet neue Horizonte - Gelegenheiten gibt es zur Genüge, ob man hier lebt, arbeitet oder nur zu Besuch ist.


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