Ferien einmal anders
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Gemeinschaftserlebnisse

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Gemeinsam sind wir stark: So wie die Büffel in dem beeindruckenden Video aus dem Kruger-Nationalpark (siehe unten), die es furchtlos mit einer Herde Löwen aufnehmen. Zwei Krokodile mischen schließlich auch noch mit. Alle wollen sie das Büffeljunge, das dank des mutigen Einsatzes seiner Artgenossen am Ende beinahe unbeschadet davon kommt. Hier triumphiert der Schwächere, weil er in der Gruppe auftritt. Und das nicht mit einer defensiven, sondern einer offensiven Strategie: Da haben Löwen und Krokodile keine Chance.
Bei allen Unwägsamkeiten, die es birgt, ist das Gemeinschaftserlebnis eine unbezahlbare und bereichernde Erfahrung. Möglichkeiten, die Ferien mit einer Gruppe Gleichgesinnter zu verbringen, gibt es genügend. Wir wollen hier keine Linksammlung aufmachen, sondern haben fünf Ideen für Gruppenerlebnisse verschiedener Art ausgewählt. Wer mehr wissen will, kann gerne auch selbst die Initiative ergreifen und wird sicher finden, was er sucht ...

1. Work-Camps

Ein modernes Arbeitslager? Klingt wenig einladend. Dabei ist es eine spannende Sache, für alle, die im Urlaub nicht nur einfach entspannen wollen. Ja, hier wird gemeinsam gearbeitet, meistens wird gebaut oder etwas wieder aufgebaut. Krankenhäuser und soziale Einrichtungen in der Dritten Welt entstehen so, und auch in Erdbebengebieten kann jede helfende Hand gebraucht werden. Es gibt aber auch ganz private Work-Camps, in denen Freunde und Bekannte gemeinsam ein Ferienhaus ausbauen. Lorenzo T. hat an einem Bauprojekt in Brasilien teilgenommen: "Eine der wertvollsten Erfahrungen in meinem Leben: Wir haben zusammen ein kleines Dorf in Rio Grande Do Sul aufgebaut, alles freiwillige Helfer, die zum Teil gute Freunde geworden sind. Es ist toll zu sehen, was man gemeinsam auf die Beine stellen kann. Und es macht Spaß unter freiem Himmel zu essen, zu singen, zu feiern. Ich habe viel gelernt, sowohl praktische Dinge als auch im Umgang mit den anderen. Zum Beispiel einfach anzuerkennen, wenn jemand etwas besser kann. Und die größte Belohnung ist das Ergebnis: Wir haben etwas aufgebaut, das bleibt."


Video. Nicht jeder ist für Gruppenarbeit gemacht

Woody Allen in Woody, der Unglücksrabe (1969)

2. Freiwilligeneinsätze in aller Welt

Wer anderen helfen will, kann in der Gruppe mehr erreichen. Freiwilligeneinsätze sind eine beliebte und sehr sinnvolle Alternative für alle, die sich für eine gemeinsame Sache engagieren wollen. Da gibt es kirchliche Organisationen, die sich vor Ort für die sozial Bedürftigen einsetzen, etwa indem sie Suppenküchen einrichten oder Lebensmittelspenden für Notleidende in aller Welt sammeln. Aber auch eine Vielzahl nichtkonfessioneller Initiativen organisieren internationale Hilfseinsätze: von medizinischer Unterstützung bis hin zu den schon erwähnten Aufbauhilfen in Katastrophengebieten. Die Erfahrungen der Freiwilligen sind fast durchweg positiv: Helfen tut gut, auch dem Helfer selbst.

Es gibt unzählige Projekte, an denen man sich beteiligen kann. Wir möchten eines vorstellen, das besonders interessant ist, weil es das Engagement mit Abenteuer und Naturerlebnis verbindet.

Freiwillige im Umweltschutz: Tropical adventures
Internationale Einsätze sind nicht nur spannend, sondern bieten auch Erfahrungen, die in jeder Hinsicht den Horizont erweitern: im Kontakt mit einer fremden Kultur vor Ort und den anderen Freiwilligen aus aller Welt. Die Adresse für solche Abenteuer sind beispielsweise die zahlreichen Non-profit-Organisationen, die im Umweltschutz tätig sind, wie die Tropical Adventures Foundation, die Freiwilligeneinsätze in Costa Rica organisiert. Tierfreunde können hier am Wildlife Rescue Center dem örtlichen Tierarzt zur Hand gehen und arbeiten gemeinsam mit den Bewohnern vor Ort an der Bewahrung der natürlichen Lebensräume.

Weitere Informationen und Anmeldung:www.tropicaladventures.com/projects_wildlife.php?p=wildlife


Video. Ökotourismus in Costa Rica


3. Hobbies gemeinsam genießen

Kochen, Reisen, Sport treiben, Leute treffen - warum soll man alleine machen, was gemeinsam viel mehr Spaß macht? Vor allem, wenn man dabei interessante Menschen und neue Orte kennen lernen kann. Wie wäre es denn, deine Marathonstrecke nach Norwegen zu verlegen? Oder im Amazonasgebiet nach seltenen Tieren Ausschau zu halten? Oder du schließt dich einer Gruppe Hobbyarchäologen an und gräbst in glühender Sonne nach antiken Scherben. Oder aber du wählst für ein Trainingscamp, wo du mit anderen Sportbegeisterten ausgiebig trainieren kannst.

Du musst dich nur entscheiden, welches Hobby in den Sommerferien dran ist. Die Suchmaschine liefert dir dann alle Events, Projekte und Veranstaltungen, wo du Gleichgesinnte treffen kannst.

"Ich bin absoluter Yoga-Fan", erzählt Bernhard, "und reise gerne zu Yogatreffen, die manchmal auch sehr weit weg sind. Das letzte Mal war ich in Goa, in Indien. Wir waren etwa vierzig Teilnehmer und sonderbarerweise weniger als zehn Männer. Das war irgendwie komisch."


Wenn das Team wichtiger ist als die Freiheit: Escape to Victory (1981)


4. Gruppenreisen

Manchmal kennt man sich schon vorher, manchmal lernt man sich erst unterwegs kennen. Das ist das Spannende an Gruppenreisen, die man heute ganz einfach ü;ber das Internet buchen und planen kann. Da gibt es Angebote für Singles oder für Geschiedene, für Menschen mit bestimmten Vorlieben oder aus bestimmten sozialen Kreisen, für Teilnehmer aus einem oder aus vielen Ländern. Auf dem Programm steht immer eine Reise. Ob mit dem Zug, dem Schiff oder dem Flugzeug, ob in die Ferne oder in die nähere Umgebung spielt nur eine untergeordnete Rolle. Hauptsache man lernt neue Leute kennen.

Hier ein Angebot für alle, die es weit weg in die Natur zieht.

Abenteuerreisen in der Gruppe: Into the Wild
Immer mehr Reisende folgen dem Ruf der Wildnis. Mit Real Gap geht es von British Columbia bis hinauf nach Alaska: "The last frontier" verspricht wilde und unberührte Natur, wo Begegnungen mit Bären nichts Ungewöhnliches sind. Eine Entdeckungsreise durch das älteste Siedlungsgebiet Nordamerikas und das Land des legendären Klondike-Goldrausches.
Los geht es am 19. Juni, am 3., 17., 31. Juli und am 14. August.

Informationen und Anmeldung: http://www.realgap.com/Alaska-and-Canada-Tour-28-Day-Klondike


5. Sommerschulen

Das Ferienprogramm für Streber, könnte man meinen. Schließlich ist der Urlaub zur Erholung da. Dabei kann so ein Ferienkurs großen Spaß machen und nebenbei lernt man jede Menge Leute kennen. Häufig bieten die Universitäten im Sommer internationale Sprachkurse an oder Fortbildungsmöglichkeiten für Berufstätige und Interessierte von außerhalb. Dazu gibt es Sommerschulen in vielen Fachbereichen und auf allen Niveaus. So sind die Ferien auch eine gute Gelegenheit um etwas auszuprobieren, das man später beruflich vertiefen will.

Julia erzählt uns von ihrem Philosophiekurs im letzten Sommer in Italien: "Es ist schon verrückt: 400 Teilnehmer aus aller Welt treffen sich mitten im Hochsommer in Italien um sich mit Philosophie zu beschäftigen. Den ganzen Tag über gab es verschiedene Kurse und man musste sich manchmal ganz schön konzentrieren. Es war anstrengend, aber ich habe sehr viele interessante Anregungen mitgenommen. Außerdem hat uns die italienische Küche (hat uns) für alle Anstrengungen entschädigt."

Informationen über die verschiedenen Sommerkurse gibt es im Internet, vor allem auf den Seiten der Universitäten. Dazu solltet ihr einen Blick in die letzte Ausgabe von néo werfen, die sich ganz dem Thema Sommerkurse widmet und wo ihr viele weitere Ideen und Infos finden könnt: zum Beispiel zur Milano Summer School (www.milanosummerschool.com), einem Projekt der Stadt Mailand, das die ganze Stadt im Sommer in einen internationalen Campus verwandelt.


Video. Büffel gegen Löwen


Hier die eingangs erwähnte Amateurvideo aus dem Kruger-Nationalpark: Büffel gegen Löwen und Krokodile, eine faszinierende Szene, in der der Schwache über den Stärkeren triumphiert.

Nèo
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Nèo Stefania Mirani

Marco Magliano

32 Jahre, Mailand - Italien