

Vor allem im nördlichen Europa und auf dem angelsächsischen Buchmarkt ist und bleibt sie ein Erfolgsgarant: spirituelle, oft auch esoterische Literatur, Bücher mit Geschichten und Anleitungen zur Selbstfindung, Romane wie Die Prophezeiungen von Celestine (James Redfield, 1993) oder die Bestseller von Paulo Coelho oder Sachbücher wie The Secret (Rhonda Byrne, 2006) und Chi sono io? ("Wer bin ich?", Giacomo Bo und Nadia Damilano Bo, 2009). Allesamt Kassenschlager, die an den Erfolg von Richard Bachs Möwe Jonathan (1970) oder auch Hermann Hesses Siddhartha (1922) anknüpfen. Dabei ist es oft genug die Lektüre eines Buches, die eine verborgene Saite in uns anschlägt und neue Horizonte öffnet. Hat nicht jeder (mindestens) ein Herzensbuch, das ihn gelehrt hat, wie er die Welt zu sehen hat?
Video. DIE BÜCHERVERBRENNUNG
Er überlieβ Frau und Kinder ihrem Schicksal und verschwand in die Berge. Nach zehn Jahren Einsiedelei kehrt er zurück und gründet eine Religion, die viele Jahrhunderte überdauern soll. So geschehen vor drei- bis viertausend Jahren; überliefert ist diese legendäre Gestalt unter dem Namen Zoroaster oder auch Zarathustra. Diese Abkehr von allem Irdischen wird meist zur richtungsweisenden Entscheidung im Leben spiritueller Vorbilder, ob sie sich nun, wie Zarathustra, von ihrer Familie lossagen, oder, wie Franziskus, vom materiellen Besitz. Andere wiederum verschreiben sich der Enthaltsamkeit um in höhere geistige Sphären oder Wissensbereiche zu gelangen, wie etwa Gandhi, Augustinus oder auch Francesco Petrarca. Gemeinsam ist allen die bewusste Loslösung aus allen Verbindlichkeiten und ihre anschlieβende Rückkehr ins soziale Leben unter deutlich veränderten Vorzeichen. Denn nur wer bereit ist alles aufzugeben, kann zu innerer Freiheit und Weisheit gelangen - das gilt für alle Glaubensrichtungen.
Video. DREI MINUTEN GANDHI
Manch einem begegnet Gott höchstpersönlich, wie es dem späteren Apostel Paulus, auf dem Weg nach Damaskus, geschehen ist. Wenn das auch eher selten vorkommt, so trifft jeder im Laufe seines Lebens auf Menschen, die uns verändern, die uns Wege aufzeigen, die wir alleine nicht gefunden hätten. Auch viele groβe Geister berichten von solchen einschneidenden Begegnungen, den sie die Initialzündung für ihre eigenen Ideen verdanken. Georges I. Gurdjieff, selbst eine herausragende Persönlichkeit des frühen 20. Jahrhunderts, hat seine Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen in einem Buch festgehalten. Doch was wäre Carl Gustav Jung wohl ohne Freud, Heidegger ohne Husserl, Platon ohne Sokrates? Und wer seinem Meister nicht, wie die genannten Geistesgröβen, im wahren Leben begegnet, kann das Internet zu Hilfe nehmen. Es ist meist kein Problem den Kontakt herzustellen und nicht selten lassen sich die auβergewöhnlichen Persönlichkeiten sogar auβergewöhnlich gerne besuchen...
Video. TROISI TRIFFT LEONARDO
Seit der Antike gilt die Seele vielen als wertvollster Teil des Menschen, sei es im religiösen oder im philosophischen Sinn. Manch ein groβer Geist habe einzig die Seele geliebt, so sagt man. Auch die moderne Psychologie im Anschluss an Carl Gustav Jung und andere geht davon aus, dass es neben dem Verstand eine weitere Dimension gibt, die auβerhalb des menschlichen Bewusstseins steht und der die Gedankenwelt dennoch unterworfen ist. In seinem bekanntesten Buch Die Reisen der Seele (1994) stellt der Psychologe Michael Newton diese Bewegungen als kollektive Erkenntnisprozesse dar, die über die menschliche Existenz hinaus Bestand haben. In einer Zeit, in der individuelle Coachings und Strategien zur Selbstverwirklichung immer populärer werden, kann die Psychologie, die ursprünglich menschliche Neurosen heilen sollte, auch gesunden Menschen von Nutzen sein: sie weist neue Wege auf der Suche nach sich selbst.
Video. DIE GRENZEN DES UNIVERSUMS
Der vielleicht einfachste Weg: man braucht nichts weiter dafür, keine Menschen, kein Geld, kein Buch. Nur sich selbst. Meditation, das heiβt: Innehalten, die Augen schlieβen, sich konzentrieren. Man unterscheidet dabei die westlich geprägte, auch christliche Tradition von der fernöstlichen oder auch transzendentalen Meditation. Erstere ist in der Regel auf einen bestimmten Gedanken, auf den eigenen Körper oder auf eine Vorstellung gerichtet, während die fernöstliche Tradition darauf zielt einen Bewusstseinszustand völliger Gedankenleere herzustellen. Meditation kann, muss aber nicht religiös motiviert sein; viele Menschen nutzen sie auch zur aktiven Entspannung: zwanzig Minuten bis zu einer Stunde am Tag sorgen für innere Ruhe und allgemeines Wohlbefinden.
Video. RUN, FORREST, RUN!